Ägypten

Teil 2: Assuan, Nasser-See, Staudämme,
Elephantine, Kitchener, Philae, Abu Simbel

Fotos und Informationen
Ein Reisebericht mit Bildern

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Die Stadt Assuan (auch Asswan) hat ca. 280 000 Einwohner und wurde erst durch den Bau der beiden Staudämme weltbekannt. Eine sehr trockene und heiße Gegend. Assuan

Assuan und die Nilinseln Elephantine und Kitchener Bei Assuan liegen die beiden Inseln Elephantine und Kitchener im Nil. Auf Elephantine, die früher Yebu (Altägyptisch für Elefant) hieß, fand man Siedlungen von 4000 v.Chr. und ein altägyptisches Nilometer zur Messung des Wasserstands. Die Kitchener-Insel beherbergt den botanischen Garten. Die Nilinsel Elephantine bei Assuan

Im Gegensatz zum Umland sind diese mit üppiger Vegetation bewachsen. Auf Kitchener befindet sich ein botanischer Garten, den Lord Horatio Kitchener, der Oberkommandierende der Kolonialtruppen, Ende des 19. Jh. anlegen ließ. Botanischer Garten in Assuan
Nilinsel mit alter Bewässerungsanlage Nilinsel Kitchener

Mausoleum des Aga Khan und die Begum-Villa Hoch über dem Nil und der Begum-Villa
steht das Mausoleum des Aga Khan

Der dritte Aga Khan (Aga Khan III.) starb 1957 und war der Imam der schiitischen Ismailiten-Sekte und damit Nachfahre der Assassinen-Fürsten. Seine Frau, die Begum, ließ das Mausoleum hoch über ihrer Villa errichten und ruht jetzt auch darin. Sie waren regelmäßige Besucher der Wagner-Festspiele in  Bayreuth.
Mausoleum des Aga Khan

Bei Assuan liegen die Granit-Steinbrüche

aus denen die Obelisken in vielen Teilen Ägyptens stammen. Wie der Transport bewerkstelligt wurde ist noch heute ein Rätsel. In einem Steinbruch liegt ein halbfertiger Obelisk, der noch nicht vom gewachsenen Fels gelöst ist, und der wahrscheinlich halbfertig aufgegeben wurde weil er einen Riss hat.
Halbfertiger Obelisk bei Assuan

Die alte Assuan-Staumauer Der alte, nördlichere Assuan-Staudamm
wurde von den Briten aus Granit gebaut und 1902 fertiggestellt.
Der alte Assuan-Staudamm


Der Assuan-Stausee

Spricht man heute vom Assuan-Staudamm, meint man den Sad el-Ali Hochdamm oder Assuan-Hochdamm. Er wurde von 1960 bis 1971 gebaut. Er liegt 7 km südlich des alten Dammes und ist fast 4 km lang und 110 m hoch. Der Stausee dahinter ist 500 km (!!!) lang und reicht bis in den Sudan. Die Wasserfläche beträgt 5000 km².

Sein Bau war und ist nicht unumstritten. Zwar kann durch die Wasserkraft ganz Ägypten mit Strom versorgt werden und durch die immer gleiche zur Verfügung stehende Wassermenge des Nils konnte die landwirtschaftliche Anbaufläche vergrößert werden. Die jährlichen Überschwemmungen brachten aber auch fruchtbaren Nilschlamm, der jetzt durch Kunstdünger ersetzt werden muß. Durch die fehlenden Niederschläge besteht immer wieder die Gefahr der Versalzung der Böden.
Der Assuan-Hochdamm Der Assuan-Stausee Der Sad el-Ali-Hochdamm
Elektrizitätswerk am Assuan-Staudamm Alter Stausee vom Hochdamm aus gesehen Der Nasser-See vom Flugzeug aus
.

Die Tempel der Insel Philae

Die Insel Philae lag im Nil und wurde durch den neuen Hochdamm überschwemmt. Die berühmten Tempelanlagen wurden auf die Insel Agilika verlegt. Mit dem Boot ist es nur eine kurze Fahrt vom oberen Staudamm aus.
Tempelanlagen der Insel Philae Bootsfahrt zu den Tempelanlagen der Insel Philae Hochdamm von der Insel Agilika gesehen
Auf der Insel befinden sich ein kleiner Hathor-Tempel, der bekannte Isis-Tempel aus ptolemäischer Zeit und weitere Bauwerke aus verschiedenen Epochen, wie zum Beispiel der Trajan-Kiosk.
Trajan-Kiosk des Augustus Isis-Tempel der Insel Philae Pylone des Isis-Tempels



Abu Simbel

Wer sich in Ägypten aufhält, sollte den Weg zu den Tempeln von Abu Simbel nicht scheuen – er lohnt sich! Sie liegen 300 km südwestlich von Assuan in der Nubischen Wüste am Nasser-See nicht weit von der sudanesischen Grenze entfernt und sind mit dem Flugzeug, per Boot oder auch auf einer Straße zu erreichen. Ramses II., auch Ramses der Große genannt, ließ die Tempel um 1250 vor Chr. in den gewachsenen Fels hauen.

 Der Tempel von Abu Simbel
Kolossalstatuen Ramses II.
Tempel von Abu Simbel Abu Simbel
Göttin Hathor Der große Tempel ist den Göttern Amon Re, Re-Harachte und Ptah geweiht, der kleinere ist ein Hathor-Tempel für Ramses' Gemahlin Nefertari. Hathor war die Liebesgöttin der alten Ägypter. Sie schien Ramses hold gewesen zu sein. Man sagt, er zeugte insgesamt 110 Söhne mit seinen Haupt- und Nebenfrauen.
Hathor-Tempel für Nefertari Relief in der Tempelanlage
Oft wird der Exodus, der Auszug des Volkes  Israel aus Ägypten, in der Zeit Ramses II. vermutet, also zwischen 1303 vor Chr. und 1213 vor Chr. Der vermutete Zeitraum dieses Ereignisses variiert jedoch sehr stark. In dem Buch "Altorientalische Texte Zum Alten Testament" beschreibt Walter de Gruyter zum Beispiel einen Felsen auf der Nilinsel Sehelnarti südlich von Assuan, der auch als Hungersnotstele bezeichnet wird. Ein Textabschnitt darauf beschreibt, dass die sonst jährlich auftretende Nilflut sieben Jahre ausblieb, was eine große Hungersnot verursachte. Das stimmt mit der Geschichte in der Bibel  1. Mose, Kapitel 41 überein, in der Josef einen Traum des Pharaos deutet und sieben fette Jahre und sieben magere Jahre prophezeit. Danach würde der Exodus um die Regierungszeit des Pharaos Djoser um 2700 vor Chr. fallen, also 1400 Jahre vor Ramses. Diesen Text ließ allerdings erst Pharao Ptolemäus IV. um 210 vor Chr. aufgrund alter Erzählungen hier anbringen. Relativ genau lässt sich der Zeitpunkt eingrenzen, nimmt man den Ausbruch der Vulkaninsel Santorin als Ursache für die zehn Plagen an. Anhand von Eisbohrkernen aus Grönland, die Staubablagerungen dieser Explosion zeigen, müsste man das Jahr 1645 vor Chr. annehmen. Natürlich ist es ebenso möglich, dass es sich bei der Geschichte nur um eine Sage ohne historischen Hintergrund handelt. Forscher wie David Rohl oder Immanuel Velikovsky schlagen sogar die Einführung einer anderen Zeitrechnung vor, da die konventionelle Chronologie der Geschichtsschreibung im Altertum in weiten Bereichen alles andere als gesichert ist. In die gleiche Kerbe schlägt Herbert Gabriel mit seinem Werk  Die Geschichte des Altertums in neuer Sicht.

Der Tempelfelsen von Abu Simbel Die Tempel lagen einst am Ufer des Nils und wären nach dem Bau des neuen Staudamms in den Fluten versunken. In einer internationalen Aktion der UNESCO

wurde die Oberfläche des Hügels und die inneren Hallen zersägt und 64 m höher auf der Oberfläche einer riesigen Betonkuppel wieder aufgebaut. Man sieht dem Hügel nicht an, daß er innen hohl ist.
Im Innern der Betonkuppel

Stausee von Abu Simbel aus gesehen Obwohl wir schon fast 300 km südwestlich des Staudamms und nahe der Grenze zum Sudan sind, setzt sich der Nasser-Stausee noch weitere 200 km Richtung Süden fort. Abu Simbel, Flughafen
Für die Tempelanlagen und den kleinen Ort Abu Simbel hat man extra einen kleinen Flughafen gebaut. Auf die Frage, wann das Flugzeug, eine Boeing 727, wieder zurückfliegt, gabs die Antwort: "Wenn alle wieder da sind"!
Wie das geht? Klicken Sie auf das Bild!


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