Ägypten - Cheops-Pyramide - Tunnel und Schächte

Zugangstunnel in der Cheops-Pyramide
Große Galerie in der Cheops-Pyramide in Ägypten Von den drei Pyramiden in Gizeh bei Kairo in Ägypten ist die Cheops-Pyramide die größte. Von früheren Grabräubern wurde ein Zugang in die Flanke gebrochen, durch den heute die Besucher ins Innere gelangen können. Nach verschieden großen Gängen (oben) erreicht man die Große Galerie (links), ein hoher Raum mit einer Treppe, die in die Königskammer führt.

Bei vielen steil nach oben führenden Schächten ist bemerkenswert, dass der Boden nicht als Treppe ausgebildet ist. Man läuft vielmehr auf nachträglich eingebauten Holzstufen. Als Erklärung der Ägyptologen erfuhr ich, dass auf den glatten Schrägflächen der steinerne Sarkophag nach oben gezogen wurde. Zwischen der Galerie und der Königskammer mit dem Sarkophag befindet sich allerdings ein enger Durchgang, zu eng für den Granit-Sarkophag. Er muss schon beim Bau dort platziert worden sein.

Cheops-Pyramide - Tunnel und Schächte
Die konventionelle Erklärung der Tunnel und Schächte in der Cheops-Pyramide behauptet, sie wären ein Grabmal für den Pharao Cheops gewesen. Vom eigentlichen Eingang, der natürlich ursprünglich auch verschlossen war, führt ein gerader Tunnel schräg nach unten in die Felsenkammer. Diese wäre dann eine Art Scheingrab und eindringende Grabräuber sollten übersehen, dass nach ca. einem Viertel der Strecke ein Schacht nach oben zu den eigentlichen Grabkammern abzweigt. Weder in der Königskammer noch in der Königinnen-Kammer fand sich jedoch ein Hinweis, dass sich dort jemals Leichname oder Mumien befunden hätten. Außerdem war es auch zu Zeiten des Pharaos Cheops üblich die Wände mit Reliefs und Hieroglyphen zu versehen. Diese fehlen hier völlig, was die Erklärung als Pharaonengrab ziemlich unwahrscheinlich macht.

Im Jahr 2017 wurde bekannt, dass mit Hilfe eines Myonen-Detektors, der in der Königinnenkammer aufgestellt wurde, ein weiterer, bisher nicht bekannter Hohlraum von ca. 30 m Länge über der Königinnenkammer gefunden wurde. Ob es dabei um eine Kammer, einen Gang oder einen Schacht handelt, konnte man noch nicht feststellen. Myonen sind Elementarteilchen, die Elektronen ähneln, aber gegenüber diesen eine 200fache Masse besitzen. Sie sind instabil und zerfallen innerhalb von durchschnittlich 2,2 Millionstel Sekunden. Myonen gehören zu den Leptonen und entstehen durch die kosmische Strahlung in der oberen Atmosphäre. Künstlich erzeugen kann man sie in Teilchenbeschleunigern wie dem LHC am  CERN in Genf.

Die historische Verbindung zu Pharao Cheops entstand dadurch, dass man rund um die Pyramide Fundstücke ausgrub, die seiner Familie zuzurechnen sind, was überhaupt nicht bedeuten muss, dass er die Pyramiden gebaut hat. Sie können zu dieser Zeit schon seit Jahrtausenden dort gestanden haben. Hätte man sie als Grabmal gebaut, hätten sie auch während seiner Regierung, also in relativ kurzer Zeit gebaut werden müssen. Zieht man einen anderen Zweck in Erwägung, hätte man Jahrhunderte Zeit gehabt, sie zu bauen. Sowohl der Zeitpunkt des Baues als auch der Zweck sind also recht fraglich.

Ganz gleich ob man die Ilias und die Odyssee des Homer oder das Atlantis des Platon als phantasievolle Mythen oder als historische Wahrheit ansieht, ist es durchaus möglich, dass von früheren Hochkulturen, die durch die Sintflut oder ähnliches zerstört wurden, nur große Steindenkmäler blieben, nicht nur die drei in Gizeh, die ca. hundert in Ägypten, sondern überall auf der Welt. Pyramiden gibt es ja auch in Mittel- und Südamerika, und auch dort ist der Zweck nicht so eindeutig geklärt. Setzt man eine Bauzeit von mehreren Jahrhunderten an, wird die Erklärung um einiges einfacher, auch ohne die Hilfe von Aliens.

Hermann Waldhausen sah in ihnen zum Beispiel ein riesiges antikes Pumpwerk. Er konstruierte ein Modell nach den Pyramiden und es funktionierte tatsächlich. Auch die Felsenkammer mit ihrem Brunnenschacht fände damit eine Erklärung, da der Nil damals höher lag und nahe an den Pyramiden vorbeifloss. Im Pyramideninnern und sogar in der Königskammer fand man Salzkristalle, die sich nur dadurch erklären lassen, dass Wasser in den Räumen stand.

Zahllos sind die esoterischen Erklärungsversuche: Nach Christopher Dunn war die Cheops-Pyramide ein Kraftwerk und eine Einrichtung zur Konvertierung oder Transformation von Energie und nach Erich von Däniken wurde sie von Außerirdischen im Altertum erbaut. Ein nachvollziehbarer Zweck, der den riesigen Aufwand rechtfertigen würde, ist jedoch nicht erkennbar. Im Zusammenhang damit, dass die drei Pyramiden in etwa wie die drei Sterne im Gürtel des Orion angeordnet sind, wird immer wieder behauptet, einer der Luftschächte würde auf dieses Sternbild zeigen, was jedoch unmöglich ist, da sich dieses ja am Nachthimmel um den Nordstern bewegt und selbst diese Bahn verschiebt sich im Lauf der Jahrtausende durch die Präzession der Erdachse.

Die Pyramiden bleiben also weiterhin rätselhaft...